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Begriff: Synkretismus

Der Synkretismus (von altgriechisch συγκρητισμός *synkrētismós* „Vereinigung / Bündnis zweier kretischer Städte gegen einen gemeinsamen Feind“) bezeichnet in der Religionswissenschaft und Theologie die Vermischung oder Verschmelzung verschiedener religiöser Lehren, Kulte, Symbole oder philosophischer Anschauungen zu einem neuen System.

1. Wesen und Charakteristik

Im Synkretismus werden Elemente aus unterschiedlichen Traditionen eklektisch (auswählend) zusammengefügt. Dies geschieht oft mit dem Ziel, religiöse Harmonie zu stiften, Gegensätze zu glätten oder sich an den kulturellen Zeitgeist anzupassen. Typisch ist die Annahme, dass alle Religionen letztlich dasselbe Ziel verfolgen oder dieselbe Wahrheit in verschiedenen Formen ausdrücken.

2. Synkretismus im Alten Testament

Im Alten Testament ist der Synkretismus eine der größten geistlichen Gefahren für das Volk Israel. Nach dem Einzug in das Land Kanaan kam es immer wieder zu einer folgenschweren Synthese zwischen dem JHWH-Glauben und den kanaanäischen Fruchtbarkeitskulten (Baal und Aschera):

3. Synkretismus im Neuen Testament

Im Hellenismus des Römischen Reiches war Synkretismus allgegenwärtig. Das frühe Christentum stand unter ständigem Druck, sich mit antiken Philosophien und Mysterienkulten zu vermischen:

4. Systematischer Unterschied: Toleranz vs. Exklusivität

Während synkretistische Systeme hochgradig pluralistisch und anpassungsfähig sind, zeichnet sich der biblische Glaube durch einen inhärenten Exklusivitätsanspruch aus:

Siehe auch: