In der biblischen Tradition ist Abraham (hebräisch אַבְרָהָם) die zentrale Gründungsfigur des Gottesvolkes und das Urbild des glaubenden Menschen. Seine Bedeutung als „Stammvater der Völker“ leitet sich primär aus den Verheißungen Gottes im Buch Genesis ab.
Ursprünglich unter dem Namen Abram („Der Vater ist erhaben“) bekannt, vollzieht Gott in Gen 17,5 eine Namensänderung:
„Man wird dich nicht mehr Abram nennen, sondern Abraham soll dein Name sein; denn zum Vater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.“
Dieser neue Name legitimiert seinen Status als universaler Ahnherr.
Die Bedeutung Abrahams ruht auf dem sogenannten Abraham-Bund, den Gott in mehreren Stufen mit ihm schließt (Gen 12, Gen 15, Gen 17). Dieser Bund umfasst drei wesentliche Zusagen:
Das Neue Testament erweitert den Begriff des „Stammvaters“. Hier wird die Vaterschaft Abrahams von der rein biologischen Abstammung gelöst und auf den Glauben übertragen:
| Aspekt | Biblische Bedeutung |
|---|---|
| Physisch | Stammvater Israels durch Isaak und Jakob. |
| Universal | „Vater vieler Völker“ durch die Verheißung in Gen 17. |
| Geistlich | Vorbild und „Vater“ aller Christen durch den Glauben (NT). |
| Ethisch | Vorbild des Gehorsams (Verlassen der Heimat, Opferung Isaaks). |