Die leibhaftige Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag ist das Fundament des christlichen Glaubens. 1. Korinther 15,17: *„Ist Christus nicht auferstanden, so ist euer Glaube eitel, so seid ihr noch in euren Sünden.„*
Paulus überliefert die älteste Liste der Auferstehungszeugen:
Das leere Grab allein beweist die Auferstehung noch nicht — es sind die *Begegnungen* mit dem Auferstandenen, die den Glauben begründen. Der Auferstandene aß Fisch (Lukas 24,42–43: *„Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fisch und Honigseim. Und er nahm's und aß vor ihnen.“*), er lud Thomas ein, seine Wundmale zu berühren (Johannes 20,27: *„Reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite„*), er wanderte mit zwei Jüngern nach Emmaus (Lukas 24,13-35). Dies war kein Geist, kein Phantom — sondern ein leibhaftiger, verherrlichter, aber realer Körper.
Apostelgeschichte 1,9: *„Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.„* Vierzig Tage nach der Auferstehung fuhr Christus sichtbar gen Himmel auf. Die Himmelfahrt ist kein Ende, sondern ein Übergang: vom irdischen Dienst zum himmlischen Dienst.
Hebräer 1,3: *„und hat sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe“* — Das Sitzen zur Rechten Gottes bedeutet: Das Erlösungswerk ist *vollendet* (im Gegensatz zu den Priestern im Alten Testament, die immer stehen mussten, weil ihr Werk nie fertig war — Hebräer 10,11–12: *„Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, dass er alle Tage Gottesdienst pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr können die Sünden abnehmen. Dieser aber, da er ein Opfer für die Sünden geopfert hat, das ewiglich gilt, hat er sich gesetzt zur Rechten Gottes„*).
Die Himmelfahrt bedeutet zugleich den Beginn seines Dienstes als himmlischer Fürsprecher: Römer 8,34: *„Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.“* Und: 1. Johannes 2,1: *„Und ob jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist.„* Er ist nicht fern — er ist *aktiv* für die Seinen tätig, in diesem Moment, in der Gegenwart des Vaters.
Die Himmelfahrt ermöglichte auch die Sendung des Heiligen Geistes: Johannes 16,7: *„Es ist euch gut, dass ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.“* Die *Abwesenheit* des Sohnes in leiblicher Gestalt ist die Voraussetzung für die *Gegenwart* des Geistes in jedem Gläubigen — eine tiefere, innigere Nähe als die physische Nähe der Jünger zu Jesus während seines irdischen Wirkens.
Jesus Christus erfüllt nicht nur das Amt des Propheten und des ewigen Königs (als Nachkomme aus dem Haus von David), sondern er ist auch der vollkommene Hohepriester.
Wie der Hebräerbrief detailliert entfaltet, fungiert er nicht nach der irdischen, fehlerhaften Ordnung von Aaron, sondern nach der ewigen Ordnung von Melchisedek:
Er hat das wahre, himmlische Heiligtum betreten. Nicht mit dem Blut von Tieren, sondern wie es in Hebräer 9,12 (*„auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden„*) geschrieben steht, hat er ein Priestertum etabliert, das niemals vergeht.
| Aaronische Priester | Christus als Hohepriester |
|---|---|
| Viele Priester nacheinander, weil sie starben (Hebräer 7,23: *„jener sind viele, die Priester wurden, darum dass sie der Tod nicht bleiben ließ“*) | Einer, der ewig bleibt |
| Mussten zuerst für eigene Sünden opfern (Hebräer 7,27: *„der nicht täglich bedürfte, wie jene Hohenpriester, zuerst für seine eigenen Sünden Opfer zu tun„*) | Sündlos, brauchte kein Opfer für sich selbst |
| Opferten Tierblut, das Sünden nicht *wegnehmen* konnte (Hebräer 10,4: *„Denn es ist unmöglich, durch Ochsen- und Bocksblut Sünden wegzunehmen“*) | Opferte sein eigenes Blut, das Sünden *ein für alle Mal* tilgt |
| Dienten in einem irdischen Heiligtum (einer Kopie) | Dient im himmlischen Heiligtum, dem Original (Hebräer 9,24: *„Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen gemacht ist, sondern in den Himmel selbst„*) |
| Standen beim Dienst (das Werk war nie vollendet) | Sitzt zur Rechten Gottes (das Werk ist vollendet) |
| Traten einmal jährlich ins Allerheiligste | Trat *ein für alle Mal* ein (Hebräer 9,12: *„einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden“*) |
| Amt | Funktion | Alttestamentlicher Typus | Schriftbeleg |
|---|---|---|---|
| Prophet | Offenbart Gottes Willen und Wahrheit | Mose, Elija | 5. Mose 18,15: *„Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken„* / Hebräer 1,1–2: *„Nachdem vorzeiten Gott manchmal und mancherleiweise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn“* |
| Priester | Vertritt die Menschen vor Gott; bringt das Opfer; lebt, um Fürbitte zu tun | Melchisedek, Aaron | Hebräer 7,25: *„Daher kann er auch selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen, und lebt immerdar und bittet für sie.„* |
| König | Herrscht in Gerechtigkeit über sein Volk und über alle Mächte | David, Salomo | Offenbarung 19,16: *„Ein König aller Könige und ein HERR aller Herren“* / Lukas 1,33: *„und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreiches wird kein Ende sein.„* |
Im AT waren diese drei Ämter streng getrennt: Propheten stammten aus verschiedenen Stämmen, Priester ausschließlich aus Levi, Könige aus Juda. Kein Mensch durfte zwei dieser Ämter gleichzeitig bekleiden. Als König Usia versuchte, im Tempel zu räuchern (ein priesterliches Vorrecht), wurde er mit Aussatz geschlagen (2. Chronik 26,19: *„da fuhr der Aussatz aus an seiner Stirn vor den Priestern“*). Erst in Christus vereinigen sich alle drei Ämter in einer Person — weil er sowohl aus dem königlichen Stamm Juda (durch seinen Adoptivvater Joseph) als auch Priester nach einer *anderen* Ordnung ist: der ewigen Ordnung Melchisedeks, der sowohl König von Salem als auch Priester des höchsten Gottes war (Hebräer 7,1: *„Dieser Melchisedek aber war ein König zu Salem, ein Priester Gottes, des Allerhöchsten„*).
Beim letzten Passahmahl stiftete Jesus den Neuen Bund:
Dieser Neue Bund war von Jeremia prophezeit worden:
Der Neue Bund unterscheidet sich fundamental vom Alten:
| Alter Bund (Mose) | Neuer Bund (Christus) |
|---|---|
| Gesetz auf Steintafeln geschrieben | Gesetz ins Herz geschrieben (Hebräer 8,10: *„Ich will mein Gesetz in ihren Sinn geben und in ihr Herz will ich es schreiben“*) |
| Besiegelt mit Tierblut (2. Mose 24,8: *„Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk„*) | Besiegelt mit dem Blut Christi (Hebräer 9,14: *„wie viel mehr wird das Blut Christi … unser Gewissen reinigen“*) |
| Äußerlicher Gehorsam gefordert | Innere Erneuerung geschenkt |
| Konnte die Sünde nicht *wegnehmen* | Vergebung: „ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken„ (Hebräer 10,17: *„und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.“*) |
| Durch einen *sterblichen* Mittler (Mose) | Durch einen *ewigen* Mittler (Hebräer 9,15: *„Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments„*) |
Der auferstandene Jesus sagte zu den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus: Lukas 24,27: *„Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren.“* Die gesamte Bibel handelt von ihm. Hier ein Überblick, wie Christus in *jedem* Buch der Schrift gegenwärtig ist:
| Buch | Christus als … |
|---|---|
| 1. Mose | Der Same der Frau (3,15); der Nachkomme Abrahams (22,18) |
| 2. Mose | Das Passahlamm (12); der Fels, der Wasser gibt (17,6) |
| 3. Mose | Der Hohepriester; das makellose Opfer in jedem Opfergesetz |
| 4. Mose | Die eherne Schlange (21,9); der Stern aus Jakob (24,17) |
| 5. Mose | Der Prophet wie Mose (18,15) |
| Josua | Der Hauptmann des Heeres des HERRN (5,14); *Jeschua* — gleicher Name wie Jesus |
| Richter | Der göttliche Richter und Befreier in jedem Rettungszyklus |
| Ruth | Der lösende Verwandte (Boas als Typus) |
| 1. Samuel | Der von Gott gesalbte König (Gegenbild zu Saul) |
| 2. Samuel | Der Sohn Davids mit ewigem Thron (7,12-16) |
| 1. Könige | Der weise König (größer als Salomo; Matthäus 12,42: *„und siehe, hier ist mehr denn Salomo„*) |
| 2. Könige | Der Prophet, der Macht über Krankheit und Tod hat (vgl. Elisa) |
| 1. Chronik / 2. Chronik | Der Thronerbe Davids durch alle Geschlechter |
| Esra / Nehemia | Der Wiederhersteller des Zerstörten; der Erbauer der Mauern des neuen Jerusalem |
| Esther | Der verborgene Retter seines Volkes (Gottes Name wird nicht genannt, aber seine Hand ist überall) |
| Hiob | Der lebendige Erlöser: Hiob 19,25: *„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken.“* |
| Psalmen | Der leidende Gerechte (Ps. 22); der ewige König (Ps. 2; 110); der gute Hirte (Ps. 23); der Eckstein (Ps. 118,22) |
| Sprüche | Die ewige Weisheit Gottes (Kap. 8) |
| Prediger | Der Geber des Sinns über aller Vergänglichkeit |
| Hohelied | Der himmlische Bräutigam der Seele |
| Jesaja | Der Immanuel (7,14); der leidende Gottesknecht (Kap. 53); der Friedefürst (9,5) |
| Jeremia | Der HERR unsre Gerechtigkeit (23,6); der Stifter des Neuen Bundes (31,31-34) |
| Klagelieder | Der weinende Prophet über Jerusalem (vgl. Lukas 19,41: *„Und als er nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinte über sie„*) |
| Hesekiel | Der wahre Hirte Israels (Kap. 34); die Herrlichkeit Gottes, die wiederkehrt (Kap. 43) |
| Daniel | Der Menschensohn (7,13-14); der Stein, der alle Reiche zermalmt (2,44-45) |
| Hosea | Der treue Ehemann des untreuen Volkes; der aus Ägypten Gerufene (11,1) |
| Joel | Der Ausgießer des Geistes (3,1-2) |
| Amos | Der Wiedererrichter der Hütte Davids (9,11) |
| Obadja | Der Richter der Völker |
| Jona | Das Zeichen des Jona — drei Tage im Grab (Matthäus 12,40: *„also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte in der Erde Herz sein“*) |
| Micha | Der ewige Herrscher aus Bethlehem (5,1) |
| Nahum | Der Rächer, der sein Volk befreit |
| Habakuk | Der Gerechte, durch den man aus Glauben lebt (Römer 1,17: *„Der Gerechte wird aus Glauben leben„*) |
| Zephanja | Der mächtige Held, der sich freut (3,17) |
| Haggai | Die Sehnsucht aller Heiden (2,7) |
| Sacharja | Der durchbohrte König (12,10); der demütige König auf dem Esel (9,9); der geschlagene Hirte (13,7) |
| Maleachi | Die Sonne der Gerechtigkeit mit Heil unter ihren Flügeln (3,20) |
| Buch | Christus als … |
|---|---|
| Matthäus | Der verheißene König Israels, Sohn Davids |
| Markus | Der leidende Knecht Gottes |
| Lukas | Der vollkommene Mensch, Freund der Sünder und Ausgestoßenen |
| Johannes | Der ewige Sohn Gottes, das Wort, das Fleisch ward |
| Apostelgeschichte | Der aufgefahrene Herr, der durch seinen Geist wirkt |
| Römer | Unsere Gerechtigkeit (3,21-26) |
| 1. Korinther | Der Erstling der Auferstehung (Kap. 15) |
| 2. Korinther | Unser Trost in allem Leiden (1,3-5) |
| Galater | Unser Befreier vom Gesetz (5,1) |
| Epheser | Das Haupt der Gemeinde (1,22-23) |
| Philipper | Der sich Entäußernde und darum Erhöhte (2,5-11) |
| Kolosser | Das Ebenbild des unsichtbaren Gottes (1,15), in dem alle Fülle wohnt |
| 1. Thessalonicher | Der wiederkommende Herr (4,16-17) |
| 2. Thessalonicher | Der Richter bei seiner Wiederkunft (1,7-10) |
| 1. Timotheus | Der einzige Mittler (2,5) |
| 2. Timotheus | Der gerechte Richter, der die Krone gibt (4,8) |
| Titus | Unser großer Gott und Heiland (2,13) |
| Philemon | Der Fürsprecher und Schuldübernehmer (V. 18-19; wie Christus unsere Schuld auf sich nahm) |
| Hebräer | Der ewige Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks |
| Jakobus | Der Herr der Herrlichkeit (2,1) |
| 1. Petrus | Das kostbare Blut des makellosen Lammes (1,19) |
| 2. Petrus | Der Herr, der geduldig auf Umkehr wartet (3,9) |
| 1. Johannes | Das ewige Leben, das beim Vater war und erschienen ist (1,2) |
| 2. Johannes | Der wahrhaftig im Fleisch Gekommene (V. 7) |
| 3. Johannes | Die Wahrheit selbst (V. 4) |
| Judas | Der alleinige Herrscher, der vor dem Straucheln bewahrt (V. 24-25) |
| Offenbarung | Der König der Könige und Herr der Herren; Alpha und Omega; der wiederkommende Richter und Bräutigam |