Die Schrift bezeugt unmissverständlich, dass Jesus Christus ewig existiert. Er ist das ewige Wort (der Logos), das Fleisch wurde. Wie wir in Johannes 1,1 (*„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort„*) lesen, is er wesenseins mit dem Vater.
Durch die Menschwerdung nahm er menschliche Gestalt an, ohne seine Göttlichkeit aufzugeben. Er ist der Erstgeborene der neuen Schöpfung und das Haupt der Gemeinde:
Die Schrift scheut sich nicht, Jesus Christus direkt *Gott* zu nennen:
Darüber hinaus empfängt Christus göttliche Anbetung — etwas, das Gott allein zusteht (Matthäus 4,10: *„Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.„*): Die Weisen beteten ihn an (Matthäus 2,11: *„und fielen nieder und beteten es an“*), die Jünger beteten ihn an nach der Auferstehung (Matthäus 28,17: *„und da sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder„*), und die himmlischen Heerscharen beten das Lamm an (Offenbarung 5,12: *„Das Lamm, das erwürget ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.“*). Zudem vergibt er Sünden — ein ausschließlich göttliches Vorrecht (Markus 2,7: *„Was redet dieser solche Gotteslästerung? Wer kann Sünden vergeben denn allein Gott?„*). Er nimmt auch den Glauben an, der allein Gott gebührt: Johannes 14,1: *„Ihr glaubet an Gott; glaubet auch an mich.“*
Ebenso klar bezeugt die Schrift seine wahre, vollständige Menschennatur. Er war kein Geistwesen in menschlicher Verkleidung:
Der Hebräerbrief fasst zusammen, warum diese volle Menschheit heilsnotwendig ist:
Das Wort *musste* (griech. *ōpheilen*) ist ein theologischer Schlüsselbegriff: Die Inkarnation war keine Option, sondern eine *Notwendigkeit*. Damit Christus als Hohepriester vor Gott für die Menschen eintreten konnte, musste er einer von ihnen werden. Nur ein wirklicher Mensch konnte für Menschen sterben; nur der wahre Gott konnte den unendlichen Preis der Sünde bezahlen. Hebräer 4,15 (*„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleiden haben mit unsern Schwachheiten, sondern der versucht ist allenthalben gleichwie wir, doch ohne Sünde.“*) — In dem Zusatz „ohne Sünde„ (griech. *chōris hamartias*) liegt der entscheidende Unterschied: Er war in *allem* versucht wie wir — nur dass er niemals sündigte. Er kannte die volle Wucht der Versuchung, ohne ihr je nachzugeben.
Die göttliche und die menschliche Natur sind in der einen Person Jesu Christi *unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und ungesondert* vereint. Kolosser 2,9: *„Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“* Das Wort *leibhaftig* (griech. *sōmatikōs*) ist entscheidend: Nicht bloß geistlich, nicht symbolisch, sondern in einem echten menschlichen Leib wohnt die *gesamte Fülle* der Gottheit. 1. Timotheus 3,16: *„Und kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.„*
Diese Einheit zeigt sich in den Evangelien in einer faszinierenden Gleichzeitigkeit: Er schläft im Boot (menschlich) und gebietet dem Sturm (göttlich; Markus 4,38–39: *„Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf … Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig und verstumme!“*). Er weint am Grab des Lazarus (menschlich) und ruft den Toten heraus (göttlich; Johannes 11,35.43). Er dürstet am Kreuz (menschlich; Johannes 19,28: *„Mich dürstet.„*) und spricht dem Schächer das Paradies zu (göttlich; Lukas 23,43: *„Heute wirst du mit mir im Paradiese sein.“*). In jeder Szene handelt die *eine* Person in beiden Naturen.