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Begriff:Soteriologie (Heilslehre):Der Weg der Rettung

🪜 Der Weg der Rettung (Ordo Salutis)

Der Weg der Rettung (theologisch: *Ordo Salutis*, lat. für „Ordnung des Heils“) beschreibt die logische (nicht zwingend rein chronologische) Abfolge, in der Gottes souveräne Errettung am einzelnen Sünder angewendet und vollzogen wird. Das Fundament hierfür liegt in der sogenannten „goldenen Kette des Heils“:

„Denn die er vorhererkannt hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein… Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; und die er berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt; die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“
Römer 8,29-30

Die Stationen des Ordo Salutis

Die Heilige Schrift offenbart folgende aufeinander aufbauende Stufen der Rettung:

1. Erwählung / Vorherbestimmung

Gottes souveräner Beschluss in der Ewigkeit vor Grundlegung der Welt, Menschen zur Rettung in Christus auszusondern, einzig nach Seinem Wohlgefallen und Seiner unverdienten Gnade (Epheser 1,4-5; Römer 9,11-16).

2. Der äußere Ruf (Evangeliumsverkündigung)

Die allgemeine Verkündigung des Evangeliums an alle Menschen. Gott gebietet allen überall, Buße zu tun und an Christus zu glauben (Matthäus 28,19; Römer 10,14-17).

3. Der innere / wirksame Ruf

Die wirksame Tat des Heiligen Geistes am Herzen des Auserwählten. Durch das Wort Gottes wird das verschlossene Herz geöffnet (wie bei Lydia in Apostelgeschichte 16,14) und der Sünder wird unwiderstehlich zu Christus gezogen (Johannes 6,44; 1. Korinther 1,9).

4. Die Wiedergeburt (Regeneration)

Das souveräne, monergistische Werk Gottes (Einwirkung des Heiligen Geistes), bei dem das geistlich tote Herz lebendig gemacht wird (das steinerne Herz wird durch ein fleischernes ersetzt, Hesekiel 36,26). Dies geschieht vor dem ersten Akt des rettenden Glaubens (Johannes 3,3-8; Titus 3,5).

5. Die Bekehrung (Conversion)

Die bewusste, menschliche Antwort auf das Wirken Gottes, bestehend aus zwei unzertrennlichen Teilen:

  • Buße (Metanoia): Abkehr von der Sünde und Hinwendung zu Gott in tiefer Reue (Apostelgeschichte 20,21).
  • Glaube: Das völlige Vertrauen auf das vollbrachte Sühnewerk Jesu Christi allein (Römer 10,9-10).

6. Rechtfertigung (Justification)

Der richterliche Freispruch Gottes, in dem Er die Sünden des Gläubigen vergibt und ihm die vollkommene Gerechtigkeit Christi anrechnet (Imputation). Dies geschieht allein durch den Glauben, nicht aus Werken (siehe Detailseite: Rechtfertigung (Allein aus Gnade)).

7. Adoption (Kindschaft)

Der Akt der Gnade Gottes, durch den der gerechtfertigte Sünder in die Familie Gottes aufgenommen wird und alle Rechte und Privilegien eines Kindes und Erben Gottes erhält (Johannes 1,12; Galater 4,4-6).

8. Heiligung (Sanctification)

Das fortschreitende, synergistische Werk (Gott wirkt, der Gläubige arbeitet mit), durch das der Christ von der Sünde gereinigt und in das Bild Christi umgestaltet wird (siehe Detailseite: Heiligen (Umgestaltung in Sein Bild)).

9. Ausharren der Heiligen (Persistance)

Alle wahrhaft Wiedergeborenen werden durch Gottes treue Macht im Glauben bewahrt und können ihr Heil niemals verlieren. Sie verharren bis zum Ende im Glauben und in der Nachfolge (Johannes 10,27-29; Philipper 1,6; 1. Petrus 1,5).

10. Verherrlichung (Glorification)

Die endgültige Befreiung vom Leib der Sünde bei der Wiederkunft Christi oder dem Heimgang des Gläubigen. Der Auferstehungsleib wird sündlos und ewig sein, in vollkommener Gemeinschaft mit Gott (1. Korinther 15,51-53; 1. Johannes 3,2).

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