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🕊️ Heiligen (Umgestaltung in Sein Bild)
Die Heiligung (griechisch *hagiasmos*, hebräisch *qodesh* = Absonderung für Gott) ist das fortlaufende Werk des Heiligen Geistes im Leben des erretteten Sünders. Während die Rechtfertigung unseren Status vor Gott augenblicklich ändert, verändert die Heiligung unser Wesen im Laufe des irdischen Lebens. Ziel ist die fortschreitende Befreiung von der Macht der Sünde und die wachsende Gleichgestaltung mit Jesus Christus.
„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung…“
— 1. Thessalonicher 4,3
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1. Die zwei Dimensionen der Heiligung
Die Bibel unterscheidet zwei Phasen bzw. Aspekte der Heiligung:
A. Die stellungsmäßige (definitive) Heiligung
In dem Moment, in dem ein Mensch wiedergeboren und gerechtfertigt wird, sondert Gott ihn ein für alle Mal aus der Welt aus und erklärt ihn für „heilig“. Vor Gott sind wir bereits Heilige (Gemeinschafts-Bezeichnung) aufgrund unserer Vereinigung mit Christus.
- „…in welchem Willen wir geheiligt sind durch das ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.“ (Hebräer 10,10; siehe auch 1. Korinther 6,11).
B. Die fortschreitende (progressive) Heiligung
Dies ist der praktische Prozess im Alltag. Der Gläubige wächst im Gehorsam, legt sündige Gewohnheiten ab und bringt Früchte des Geistes hervor.
- „Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“ (Hebräer 12,14).
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2. Das Zusammenspiel von Gott und Mensch (Synergie)
Im Gegensatz zur Rechtfertigung (die ein rein monergistisches Werk Gottes ist) fordert die fortschreitende Heiligung die aktive Beteiligung und den Gehorsam des Gläubigen. Dennoch bleibt Gott die treibende Kraft:
„…schafft mit Furcht und Zittern euer eigenes Heil! Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen.“
— Philipper 2,12-13
- Das Wirken des Geistes: Der Heilige Geist gibt uns die Kraft, die Sünde zu töten (Römer 8,13) und bewirkt in uns Liebe, Freude, Friede, Geduld etc. (Galater 5,22-23).
- Die Verantwortung des Menschen: Der Gläubige ist aufgerufen, die Waffenrüstung Gottes anzulegen (Epheser 6,11), Begierden zu fliehen (2. Timotheus 2,22) und seinen Verstand durch das Wort Gottes erneuern zu lassen (Römer 12,1-2).
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3. Das Mittel der Heiligung: Das Wort Gottes
Jesus selbst offenbart uns das primäre Werkzeug, mit dem der Heilige Geist uns heiligt: das geschriebene Wort der Wahrheit.
„Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.“
— Johannes 17,17
Ohne das tägliche Lesen, Meditieren und Befolgen der Heiligen Schrift gibt es kein geistliches Wachstum. Das Wort deckt Sünde auf, korrigiert uns und zeigt uns das vollkommene Vorbild Jesu Christi.
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4. Keine Sündlosigkeit auf Erden
Auch wenn der Gläubige in der Heiligung wächst, wird er in diesem Leben niemals absolute Sündlosigkeit erreichen. Der Kampf zwischen Geist und Fleisch bleibt bis zum Tod bestehen (Galater 5,17). Wer behauptet, sündlos zu sein, betrügt sich selbst (1. Johannes 1,8-10). Die vollkommene Befreiung von der Sünde erfolgt erst in der endgültigen Verherrlichung (Glorification).
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Siehe auch: